FKOWeb_Head_EK_Konzerte

Hier finden Sie alle Informationen zu den ExtraKlang-Konzerten I, II und III

3 Konzert-Blöcke am Freitag und Samstag, 20.00 Uhr, Villa Hügel Essen

Alle Konzerte mit Einführung „Musiker im Gespräch“ um 19.30 Uhr

Einzeltickets Kategorie A / erm. 27,50 / 12,00 €
Kategorie B / erm. 22,00 / 8,00 €
Ticketverkauf Folkwang Kammerorchester Essen (nicht über die Stiftung Zollverein)

ExtraKlang III

WELTENBRAND

Freitag, 10. März 2017, 20 Uhr, Zeche Zollverein Halle 5
Samstag, 11. März 2017, 20 Uhr, Zeche Zollverein Halle 5

  • Esther Schweins

  • Axel Fuhrmann

  • Johannes Klumpp

Rudi Stephan Musik für Saiteninstrumente
Maurice Ravel Tzigane
Hans Pfitzner Andantino aus dem Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 50
Viktor Ullmann Streichquartett Nr. 3 op. 46 (Fassung für Streichorchester)
Ludwig van Beethoven Große Fuge op. 133

Esther Schweins Sprecherin
Axel Fuhrmann Regie
Youngkun Kwak Violine
Johannes Klumpp Leitung


Preisgruppe A: 27,50 € (erm. 12,00 €)
Preisgruppe B: 22,00 € (erm. 8,00 €)

Von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs über den aufkeimenden Nationalsozialismus in der Weimarer Republik bis hin zum Holocaust und der Hölle des Zweiten Weltkriegs zieht sich eine Blutspur durch die Geschichte der Deutschen und ihrer Musik.
Rudi Stephan war eine der großen Komponistenhoffnungen seiner Zeit. „Wenn nur meinem Kopf nichts passiert, es sind noch so viele schöne Sachen drin!“, sagte er seiner Mutter, bevor er 1915 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Kurz darauf fiel er an der Ostfront. Seine äußerst expressive, eigenwillige Musik für 7 Saiteninstrumente stellen wir der Tzigane von Maurice Ravel gegenüber, der sich auf französischer Seite kriegstrunken freiwillig meldete.
Im Dritten Reich kulminierte die Katastrophe des Jahrhunderts. Während Hans Pfitzner sich den Machthabern anbiederte und die „alten deutschen Meister“ beschwor, hielt sich Viktor Ullmann im Ghetto Theresienstadt mit Komponieren am Leben, bevor er nach Auschwitz deportiert wurde. Eines seiner letzten Werke ist das verzweifelte, bis ins Innerste rührende Streichquartett, das wir in einer Fassung für Kammerorchester spielen.
Wie Musik unschuldig instrumentalisiert werden kann, zeigt das Beispiel Beethovens. Er verstand sich als Mann der Aufklärung und wurde doch später zum raunenden, „deutschesten aller Komponisten” stilisiert. Seine Große Fuge ist in ihrer Universalität aber über jeden Zweifel erhaben und bildet den erschütternden, großen Abschluss des Abends.
Auf welcher Seite die Komponisten dieser Zeit auch standen, ihre Musik kündet von Leid, Unterdrückung, Verfolgung und Tod. Aber auch von der Hoffnung auf ein Entrinnen.

Axel Fuhrmann ist Autor, Regisseur und Produzent zahlreicher Musik-Dokumentarfilme für ARD, ZDF, Arte und andere europäische Sender. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Filmprojekte und moderierten Konzertprogramme gilt den engen Wechselwirkungen zwischen Zeitgeschichte und den Strömungen der Musik. Zusammen mit ihm wagen wir uns an einen multimedialen Abend: Die Musik verbindet sich mit zeitgeschichtlichen Brief-, Foto-, Film- und Tondokumenten zu einer spannenden Erzählung über persönliche Schicksale in einer Zeit, als die Welt brannte.
Als Sprecherin erkundet Schauspielerin, Regisseurin und Moderatorin Esther Schweins das schwierige Terrain und macht sich gemeinsam mit dem Publikum auf die Suche nach Positionen und Haltungen der damaligen Zeit.

Werkstattgespräch zu “Weltenbrand” am 8. März 2017 für alle Abonnenten und Mitglieder der Vereinigung der Freunde

Am Mittwoch, den 8. März 2017 um 16.30 Uhr laden wir unsere Abonnenten und Mitglieder der Vereinigung der Freunde zu einem Probenbesuch mit anschließender Gesprächs- und Fragerunde ein. Erhalten Sie einen Einblick in die Probenarbeit des Orchesters und erfahren Sie mehr zu den Hintergründen dieses äußerst spannenden Projektes!

ExtraKlang I

NICHT SO ERNST

Freitag, 16. September 2016, 20 Uhr, Zeche Zollverein, Halle 5
Samstag, 17. September 2016, 20 Uhr, Zeche Zollverein, Halle 5

  • Tobias Feldmann

  • Johannes Klumpp

Jean-Philippe Rameau La poule
Jean Françaix Symphonie d’archets
Fritz Kreisler/Arr. Randa Kirshbaum  Marche Miniature Viennoise, Liebesfreud & Liebesleid,  Schön Rosmarin, Tambourin Chinois
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 45 fis-moll  „Abschiedssinfonie“

Tobias Feldmann Violine
Johannes Klumpp Leitung

Mit Glucksen und Gackern beginnt dieser abwechslungsreiche Konzertabend, in dem das Folkwang Kammerorchester Essen zeigt, dass „Ernste Musik“ nicht immer ernst sein muss: Geigen imitieren Hennen in Jean-Philippe Rameaus „La poule“.

Jean Françaix wandte sich gegen die atonalen Tendenzen des 20. Jahrhunderts und komponierte „musique pour faire plaisir“: Musik, die Vergnügen machen soll. Originell und witzig, aber doch stets von unangreifbarem Niveau.

Ums Vergnügen ging es auch dem Jahrhundertgeiger Fritz Kreisler: Als Zugabe pflegte er ernsthafte Werke großer Meister anzukündigen – und überraschte sein feierlich dreinblickendes Publikum dann mit kleinen Schmunzelstücken von „Liebesfreud“ und „Liebesleid“.

Der große Humorist unter den Komponisten aber war Joseph Haydn. Bei seiner „Abschiedssinfonie“ treibt er die Spielereien auf die Spitze: Nach und nach löschen die Orchestermusiker ihr Licht und verlassen das Podium. Mit einem Augenzwinkern macht Haydn damit seinen Dienstherrn auf Missstände aufmerksam.

Zum Saisonauftakt eine unterhaltsame Reise durch die Musikgeschichte, moderiert von Chefdirigent Johannes Klumpp. Der junge Ausnahmegeiger Tobias Feldmann ist gerade einmal 24 Jahre jung und zählt bereits zu den beeindruckendsten Talenten auf internationalen Konzertbühnen. Er spielt auf einer Violine von Antonio Stradivari (Cremona 1703), einer Leihgabe der deutschen Stiftung Musikleben.

ExtraKlang II

OUTSIDE THE BOX – HAUSCHKA

Freitag, 20. Januar 2017, 20 Uhr Zeche Zollverein, Halle 5
Samstag, 21. Januar 2017, 20 Uhr Zeche Zollverein, Halle 5

  • Hauschka

HAUSCHKA Materials
Béla Bartók Divertimento für Streicher

HAUSCHKA Klavier und Komposition
Johannes Klumpp Leitung

 

Da sitzt ein Mann allein am Flügel, und trotzdem klingt es, als spiele eine ganze Band – Loopmaschine und Effektgerät sind dabei, vor allem aber ist das Klavier präpariert, mit Reißzwecken, Büroklammern, Tischtennisbällen, Drähten. Wir kennen das aus Avantgarde und experimenteller Musik – aber Hauschkas Sprache ist anders: nicht Cage, nicht Pop, nicht Jazz – Hauschka ist ein Solitär, der seine eigene Atmosphäre schafft.
Gemeinsam mit dem Folkwang Kammerorchester Essen erarbeitet Hauschka diese Uraufführung über ein ganzes Jahr hinweg; dabei soll aber kein „Crossover“ entstehen, in dem beide Seiten ihre Kraft einbüßen – vielmehr wird gemeinsam ein neuer Weg gesucht, gefunden und beschritten. Das Thema ist – dem Standort angemessen – der Stahl: seine Farben, Aggregatzustände, Klänge – unterstützt von Licht- und Bildinstallationen. Ergänzt wird die Kollaboration seitens des FKO mit Bartóks kernig-dynamischen Divertimento. Nach „Uwaga!“ wieder ein Abend für neugierige Zuschauer, in dem Grenzen überschritten und neue Horizonte eröffnet werden.

Der Düsseldorfer Pianist Volker Bertelmann, der unter dem Pseudonym Hauschka seine Werke veröffentlicht, erforscht darin – auf mittlerweile über fünfzehn Album-Einspielungen und in Kompositionen für Film, Theater und Kunstprojekte – die Klangräume des  präparierten Klaviers.